Spike Art Quarterly

Spike ist zehn.

In der Ausgabe geht es um Zeit.



INTERVIEW


Der Moment ist Ewigkeit

Seit über fünfzig Jahren ist HERMANN NITSCH eine legendäre Figur der österreichischen Kunst. In seinem Orgien Mysterien Theater werden Akteure, Blut, Innereien, Prozessionen, symbolische Kreuzigungen, Musik, Tanz und ritualhafte Gesten zu einer neuen Form des Gesamtkunstwerks: ein heidnisches Fest, das auf eine kollektive Katharsis zielt. Aber Nitsch ist auch Maler, am bekanntesten sind seine Schüttbilder mit Blut. Der in New York lebende Künstler PIOTR UKLANSKI, selbst an Kontroversen gewöhnt, besuchte Nitsch in seinem Schloss im niederösterreichischen Prinzendorf und sprach mit ihm über Parallelen von Kunst und Religion, seinem Desinteresse an Politik und das Wesen des Seins. Weiterlesen
ESSAY

Swag Panne
 

»Diese Schaufensterpuppe, dieser Automat, dieser Geist«, der zugleich »ein Mann ist, der die ganze moderne Malaise verkörpert«, schrieb 1935 der Schriftsteller Michel Leiris über Fred Astaire. BRUCE HAINLEY übernimmt die verführerische Form von Leiris Text, um über eine andere Berühmtheit nachzudenken. Eine, deren Aktivitäten im Gegensatz zu Astaires »sehr speziellen Form von Frivolität« ominös uneindeutig, jedoch allgegenwärtig sind. weiterlesen
REVIEW

»nature after nature«
Fridericianum, Kassel

Der Begleittext zur Gruppenausstellung »nature after nature« ist wie ein Manifest verfasst: »Unterscheidungen zwischen synthetisch und organisch, mensch- und naturgemacht werden nicht hingenommen.« Natur müsse »von einem idealisierten und ideologisierten Begriff« abgegrenzt und »neu gedacht werden«. Eine Besprechung von KOLJA REICHERT weiterlesen